28.11.2019 Hanna Prumofsky

Die 10 schönsten Advent- und Weihnachtsbräuche

Adventskranz, Kletznbrot, Krampus, Nikolaus und noch Vieles mehr: In der Zeit zwischen dem ersten Adventsonntag und dem Heiligen Abend bzw. darüber hinaus werden Traditionen und Bräuche in der Südsteiermark zelebriert und wahrlich gelebt. 10 der schönsten Traditionen haben wir hier aufgelistet – kennen Sie alle, oder sind manche Bräuche richtiges Neuland für Sie?


#ADVENTKRANZ

In der Südsteiermark ist er in beinahe in jedem Haushalt in der Vorweihnachtszeit zu finden: der Adventskranz. Klassisch aus saftig grünem Tannenreisig gebunden, mit vier Kerzen versehen und natürlich noch mit ein bisschen Deko aufgepeppt, begleitet er durch die besinnliche Vorweihnachtszeit und spendet wohliges Licht während man Zeit mit der Familie verbringt, Kekse isst und sich gemeinsam auf das nahende Weihnachtsfest freut. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt, deshalb gibt es mittlerweile auch Adventskränze in jeglichen Farben, Formen und Designs – erlaubt ist, was gefällt. Wer es ganz traditionell mag, hält sich farbtechnisch an die Liturgie, also violette Bänder und weiße Kerzen, oder zusätzlich eine rosafarbene Kerze die für den dritten Adventsonntag „Gaudete“ steht. Um alles richtig zu machen, sollte der Adventskranz bei einer Adventkranzweihe geweiht werden. Erst dann wird am ersten Adventsonntag die erste der vier Kerzen entzündet, bis schließlich am vierten Adventsonntag – dem letzten Sonntag vor dem Heiligen Abend – die vierte Kerze entzündet wird und somit alle vier Kerzen in hellem Lichterglanz erstrahlen und das Weihnachtsfest einläuten. 
 

#ADVENTKRANZBINDEN

Die Zutaten:

  • 1 Strohreifen (Durchmesser ca. 20 cm, in Gärtnereien erhältlich)
  • Reisig von Tannen oder anderen Nadelbäumen
  • Zweige bzw. Blätter von Wacholder
  • Ilex oder Efeu
  • Zapfen, Beeren oder Clematisblüten
  • 4 Stumpenkerzen
  • Draht zum Binden
  • 8 dickere Drahtstifte aus Stangendraht (alternativ Kerzenaufsetzer)
  • Schleifen & Bänder

Das Binden:

Links beginnen und gegen den Uhrzeigersinn binden. Mit einem Büschel aus Reisig starten. Mehrere Büschel nebeneinander binden. Anschließend verschiedene kleine Büschel aus den Materialien vorbereiten, diese nach und nach mit Wickeldraht auf den Strohreifen binden. Dabei für den äußeren Rand mehr Büschel vorsehen. Das letzte Büschel wird unter dem Anfang versteckt. Anschließend die Kerzen mit Drahtstücken bespießen. Den Draht vorher über der Flamme erhitzen. Die Kerzen symmetrisch auf den Kranz stecken. Dazwischen Zapfen und Beeren mit Drahtstücken fixieren. Zum Schluss mit einer farblich passenden Schleife (z. B. Samt) verzieren. Den Kranz auf einem passenden Teller platzieren. (Quelle: www.wiener-zucker.at)

#ADVENTKALENDER

Der Adventskalender zählt seit dem 19. Jahrhundert zum Adventbrauchtum und soll, ähnlich wie der Adventskranz, die Zeit bis zum Weihnachtsfest verkürzen und vor allem für Kinder noch aufregender gestalten. Ein Adventskalender besteht aus 24 Fenstern, welche einzeln Tag für Tag ab dem 1. Dezember geöffnet werden. Ursprünglich verbargen sich hinter den einzelnen Türchen kleine Zeichnungen die weihnachtliche Motive wie das Christkind, einen Adventskranz, oder glänzende Sterne zeigten. Hinter dem 24. Türchen verbarg sich meist eine Abbildung einer Weihnachtskrippe, welches den Abschluss der Weihnachtszeit einläutete. Können Sie sich an die Aufregung erinnern, die jeden Tag vor dem Öffnen des Türchens herrschte?
Heutzutage gibt es Adventskalender mit Inhalten jeglicher Art – von Süßem, kleinen Rätseln, bis hin zu Kosmetikprodukten – Adventskalender sind mittlerweile also nicht mehr nur traditionelles Hilfsmittel um das Warten auf das Weihnachtsfest zu verkürzen, sondern auch ein großer Wirtschaftsfaktor unserer Gesellschaft.  
 

#CHRISTBAUM

Er ist grün, mal groß und schlank, mal klein und buschig, mal geschmückt mit bunten Kugeln und glitzerndem Lametta oder manchmal mit gediegenem Strohschmuck „aufgeputzt“.
Die Rede ist vom Christbaum, der in den meisten österreichischen Haushalten zu finden ist. In Österreich werden jährlich rund 2,8 Millionen Christbäume aufgestellt – natürlich nicht nur in Privathaushalten, auch öffentliche Plätze, große Firmen und Geschäfte werden mit einer Tanne (manchmal auch aus Plastik) aufgehübscht. 
Wie Anfangs erwähnt, sind auf dem Gebiet des Christbaumschmucks keinerlei kreative Grenzen gesetzt. Als traditionell gilt in der Südsteiermark der „steirischer Christbaum“, welcher mit aufwändig produzierten Strohsternen und roten Maschen dekoriert wird. Den Feinschliff auf jedem Christbaum geben Kerzen, welche aus Sicherheitsgründen von Vielen bereits durch täuschend echt aussehende Lichterketten ersetzt werden. Auch Süßes findet sich auf so manchem Christbaum wieder – von Schokoschirmchen bis hin zu sorgfältig in Seidenpapier eingewickelten Zuckerln, hängen am Christbaum richtige Leckereien. In der Südsteiermark nennt man das Schmücken des Christbaumes „aufputzen“. Während der Christbaum also „aufgeputzt“ wird, werden die Kinder meist unter einem Vorwand aus dem Haus gelockt, denn eigentlich schmückt den Christbaum ja das Christkind.
Wieder zurück zu Hause, dürfen die Kinder den Christbaum erst sehen, wenn sie ein kleines Glöckchen klingeln hören. Traditionell werden im Schein des Christbaums das Weihnachtsevangelium vorgelesen, gemeinsam Weihnachtslieder gesungen und danach die Geschenke die unter dem Baum liegen, geöffnet. 
Neuerdings gibt es übrigens auch die Möglichkeit sich einen „lebenden“ Baum ins Wohnzimmer zu stellen, welcher nach der Weihnachtszeit einfach im Garten eingepflanzt wird und somit nicht nur innerhalb der Weihnachtszeit sein Dasein fristet.
 

#CHRISTKINDLMARKT

Wärmender Glühwein oder Punsch, köstliche Waffeln, Baumkuchen oder Bratäpfel, besinnliche Hintergrundmusik und gute Gespräche mit Freunden und der Familie. Ein Besuch auf einem Christkindlmarkt gehört für die meisten Südsteirer zum Standardprogramm in der Vorweihnachtszeit. Auch Geschenke findet man auf einem der vielen Märkte – heimische Anbieter verkaufen Selbstgemachtes und bieten so die Möglichkeit, Regionales an die Liebsten zu verschenken.
Natürlich gibt es auch Rummelähnliche Christkindlmärkte auf denen das Feiern und der Alkohol im Vordergrund stehen, aber keine Sorge, es gibt sie noch, die kleinen, feinen Christkindlmärkte, die die schönste Zeit im Jahr noch schöner werden lassen.
 

#FRISCH & G’SUND SCHLAGEN

Am 28. Dezember, haben Kinder die Erlaubnis Erwachsene zu „schlagen“. Am „Tag der unschuldigen Kinder“ läuten die Kleinen an den Häusern der Nachbarschaft, um danach mittles einer gebundenen Birkenrute den Erwachsenen über den Rücken zu streichen. Dieser Brauch soll den Geschlagenen gute Gesundheit im neuen Jahr bringen. Unterstützend wird ein Spruch aufgesagt, der jedoch von Gegend zu Gegend unterschiedlich ist. Hier ein Beispiel:

„Frisch und g’sund,
frisch und g’sund,
lang leben, gsund bleiben,
s’Christkindl am Hochaltar,
wünscht eich olln a guats neigs Jahr!“

Ganz uneigennützig ist der Brauch natürlich nicht – die Kinder bekommen als Entlohnung meist Nüsse, Mandarinen, Schokolade, oder sogar ein wenig Geld, und überbringen dann auch im nächsten Jahr wieder die guten Wünsche inklusive Birkenrute.
 

#KLETZNBROT& WEIHNACHTSKEKSE

Das Weihnachtsfest ist für all jene die die süßen Seiten des Lebens lieben die ideale Zeit, um sich ohne schlechtes Gewissen durch die Keksdosen dieser Welt zu kosten. 
Ob Kletznbrot, Vanillekipferl, Anisbögen, Linzerradln, Kokosbusserl, Zimtsterne, Rumkugeln, Lebkuchen, Butterkekse, und noch viele weitere Leckereien, die in der Weihnachtszeit in den Küchen der Südsteiermark gebacken werden. Eine Besonderheit ist das Kletznbrot – eine köstliche Mehlspeise die aus Nüssen, kandierten Südfrüchten und natürlich aus Kletzn, also gedörrten Birnen, besteht. Immer öfter gibt es Keksvariationen, die mit aromatischem südsteirischen Kürbiskernöl verfeinert werden, was den Keksen nicht nur einen herrlich nussigen Geschmack, sondern auch eine interessante Farbe gibt. Unbedingt probieren!
 

#KRAMPUS & NIKOLAUS

Jedes Kind in der Südsteiermark fürchtet sich vor dem Krampus. War ich brav genug? Hätte ich in der Schule besser aufpassen sollen? Diese und ähnliche Fragen stellt sich wahrscheinlich so manches Kind am Krampus-, bzw. Nikolaustag, also am 5., oder 6. Dezember. Nicht selten kommt es vor, dass der Hl. Nikolaus die Kinder mit schauriger Begleitung zu Hause besucht. Die Kinder werden dann vom Hl. Nikolaus gefragt, ob sie denn auch brav und fromm gewesen seien, deshalb zeigen sich die Kinder an diesem Abend von ihrer wahrlich besten Seite – nur selten verwendet der Krampus also bei solch einem Besuch seine Rute. Der Hl. Nikolaus ohne Begleitung ist wiederum ein gern gesehener Gast – bringt er doch Mandarinen, Nüsse und kleine Geschenke. Als Dank tragen die Kinder des Hauses Gedichte oder Lieder vor und lauschen dem stattlichen Nikolaus mit leuchtenden Augen.
Eine große Ansammlung von Krampussen sieht man bei einem der unzähligen Krampusläufe in der Südsteiermark. In vielen Orten gibt es eigene Krampusvereine, die weit über die Bundeslandgrenzen hinaus an den verschiedensten Krampusläufen und Umzügen teilnehmen und hier ihre schaurig schönen Masken und imposanten Felle zur Schau stellen.
 

#KRIPPE

Bevor der Christbäume zur Tradition wurden, wurden in der Weihnachtszeit Krippen in den Haushalten der Südsteiermark aufgestellt. Traditionell stellt die Krippe die Geburt Christi dar – in einer Art Scheune versammeln sich Maria, der Hl. Josef, Ochs und Esel und manchmal auch die Hl. 3 Könige um die kleine Futterkrippe in dem das Jesuskind liegt. Über ihnen prangt der Morgenstern, der den Hl. 3 Königen den Weg bis zur Krippe geleuchtet hat. Grundsätzlich wird die Krippe bereits in der Vorweihnachtszeit aufgebaut und ist mittlerweile in jeglichen Formen und Materialien erhältlich. In Österreich gibt es jedoch nach wie vor Krippenbauer, die aus verschiedenen Hölzern imposante Krippen schnitzen und das Handwerk und die Tradition leben und weitergeben. 
 

#MISTELZWEIG

Zu einem der romantischsten Bräuche zählt das Küssen unter dem Mistelzweig. Dieser wird traditionell mit roten Bändern verziert über eine Tür gehängt und soll den sich darunter küssenden die ewige Liebe gewährleisten.
Schon früher sagte man der Pflanze nach, dass sie böse Geister sowie Blitzschlag und Feuer von Haus und Hof fernhält. 
 

#ST. BARBARA

Am 4. Dezember, dem Tag der Heiligen Barbara, schneidet man an einem Obstbaum Zweige mit Blütenknospen ab, die man danach in einer Vase einfrischt und in den kommenden Wochen immer wieder Mal mit Wasser besprüht, um die Knospen dadurch zum Blühen zu bringen. Je nach Region werden Kirsch-, Apfel-, Birken-, Haselnuss-, Rosskastanien-, Pflaumen-, Holunder-, Rotdorn- oder Forsythienzweige verwendet. Blüht der Ast bis zum Weihnachtsfest, soll dies Glück und Segen im kommenden Jahr bringen.
 

Kategoriezuweisung

Brauchtum und Tradition